Im Rahmen der vollzeitschulischen Berufsausbildung Bürokaufmann/-frau steht Etikette auf dem Stundenplan

Bei Ihnen bin ich mir sicher, dass Sie es schaffen. Arbeiten Sie an sich und gehen sie mit Ihrer Bewerbungsmappe von Firma zu Firma.“ Diesen Rat gibt die Personalberaterin Ulla Winkelmann den Schülerinnen und Schülern am Ende ihres Seminars auf den Weg. Business-Etikette oder Umgang und Kommunikation im Unternehmen standen auf dem Stundenplan der Kollegschüler.

54863791-067

Im Februar haben sie mit der Vollzeitschulischen Berufsausbildung Bürokaufmann/-frau am Paul Spiegel-Berufskolleg begonnen. Begleitet wird der Bildungsgang vom Verein „SagJa!zu Dorsten“, der Praktikumsplätze stellt, Dialog-Workshops organisiert und eben jenes Etikette-Seminar. „Wir unterstützen die Ausbildung auch im Hinblick auf die Fachkräftesicherung“, erklärt dazu Ulla Busch von der Initiative MyJob-Dorsten.

Beim gemeinsamen Mittagessen im Rahmen des Etikette-Seminars geht es tatsächlich auch um das richtige Benehmen bei Tisch, aber eben auch um den Umgang mit Kollegen, um die Einhaltung betrieblicher Hierarchien, um die Bewältigung von Stress und Konflikten im Betrieb, auch um kompromittierende Einträge und Fotos in den sozialen Netzwerken und natürlich auch um die „richtige“ Kleidung.

Da ist nicht nur die Frage, wann einer „overdressed“ ist, beispielsweise mit schwarzem Anzug im Handwerk, sondern auch wann Röcke zu kurz und Piercings erlaubt sind oder – um Kopftücher. Zwei Schülerinnen tragen Kopftuch, ein Problem in Firmen? „Bei Vorstellungsgesprächen sagen die immer ‘Nein!’. Aber am Ende bekommt man die Stellen nicht“, erzählt eine der Schülerinnen, die auch auf ihr Tuch verzichten würde, falls gewünscht. Aber ob’s am Kopftuch gelegen hat, erfährt sie gar nicht.

Denn die Firmen geben kaum mal ein Feedback, manche schicken nicht einmal eine Absage, wenn sie sich nach einem Vorstellungsgespräch für einen anderen Bewerber entscheiden: „Man sitzt dann da und wartet...“, klagt Martin Novitzki, der schätzt, dass es bei 30 Bewerbungen gerade mal eine Rückmeldung gebe. „Aber wie soll man dann wissen, was man falsch gemacht hat und lernen, was besser werden muss?“, fragt sich nicht nur Manuel Eder. Eine der Schülerinnen erzählt, dass sie letztens eine Bewerbungsmappe ohne Begleitschreiben zurück bekam und nun nicht einmal weiß, von welcher Firma. Ein Etikette-Kurs für Firmen- und Personalchefs könnte auch nicht schaden, darüber sind sich alle einig.

Zwei Jahre dauert die vollzeitschulische Ausbildung der 16 Teilnehmer. Sie sind zwischen 19 und 29 Jahren und haben bereits den Höheren Handelsabschluss oder die Fachoberschulreife. Die Schüler kommen aus dem gesamten Umkreis, denn das Berufskolleg in Dorsten ist eines der wenigen, in denen dieser Ausbildungsgang angeboten wird. „Wir sind das erfolgreichste Projekt im Kreis Recklinghausen“, freut sich Ulla Busch. Die Teilnehmer eint, dass in der freien Wirtschaft keinen Ausbildungsplatz als Bürokaufleute bekommen haben. Nun hoffen sie auf neue Chancen. Die Türen der Firmen werden sich auf jeden Fall von Mai bis September für sie öffnen, wenn sie dort ihr viermonatiges Praktikum absolvieren.

Das Seminar war eine Bereicherung, sind sich alle einig und Klassensprecherin Sandra Rudolf spricht ihnen aus der Seele, wenn sie sagt: „Das hat uns viel gebracht, wir haben eine Menge gelernt.“ (Text aus http://www.derwesten.de/staedte/dorsten/auf-dem-stundenplan-steht-etikette-id7692009.html)

Von Ute Hildebrand-Schute

Copyright © 2017 Paul-Spiegel-Berufskolleg Dorsten. Alle Rechte vorbehalten.
Joomla! ist freie, unter der GNU/GPL-Lizenz veröffentlichte Software.
Copyright 2011 Business-Etikette auf dem Stundenplan.
Joomla Templates by Wordpress themes free