Tausche Lehrer gegen Professor

Haben Menschen mit einem geringeren Einkommen ein größeres Risiko krank zu werden? Sterben sie
früher als Menschen mit einem besseren Einkommen? Ja, es gibt einen Zusammenhang zwischen sozialer
Schicht, dem Erkrankungs- und dem Sterberisiko. Das haben Wissenschaftler längst untersucht. Warum
das so ist, konnten am Mittwoch die Schülerinnen und Schüler des Paul-Spiegel-Berufskollegs lernen, die
im kommenden Jahr ihr Abitur im Schwerpunkt Freizeitsportleiter machen wollen. Für eine Doppelstunde
hatten sie ihre Lehrerin gegen eine Professorin eingetauscht, konnten einmal zwischen Schulwänden
Uni-Luft schnuppern. Möglich machte dies die Aktion „Forschungsbörse“.

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Forscher werden online „gebucht“
Sie ist seit 2010 Bestandteil der Wissenschaftsjahre, die das Bundesministerium für Bildung und
Forschung initiiert hat. „Man kann einen Dezenten online ‘buchen’“, erzählt Julia Brathe begeistert. Sie ist
Lehrerin am Paul-Spiegel-Berufskolleg und unterrichtet Erziehungswissenschaften. Im Internet „gefunden“
hat sie Dr. Simone Weyers von der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf, wo sie im Bereich Medizinische Soziologie und Gesundheitswissenschaften unterrichtet. Sie forscht nach dem Zusammenhang zwischen den sozialen Bedingungen und der Gesundheit. Herz-Kreislauferkrankungen, so hat die Wissenschaftlerin festgestellt, kommen besonders häufig bei Menschen vor, die unter Stress stehen.

Existenzangst macht Stress
Stress erleben Menschen auch dadurch, dass sie arbeitslos sind und ständig Existenzängste haben. Rund
zehn Jahre früher sterben Menschen den Untersuchungen zu Folge, die nur über unter 60% des
Durchschnittseinkommens verfügen.
Für die Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs waren die Unterrichtsstunden am Mittwoch nicht nur
eine willkommene Gelegenheit, einmal eine Vorlesung zu hören, sondern passten auch in ihren
schulischen Themenschwerpunkt. Die Schüler haben Biologie und Sport als Leistungskurse und machen
während der gymnasialen Oberstufe die C-Trainerlizenz des Deutschen Sportbundes.

Schüler machen die Trainerlizenz
Sie dürfen damit Kinder- und Jugendliche in allen Sportarten trainieren. Im Rahmen ihrer schulischen
Ausbildung absolvieren sie auch ein Praktikum und alle treiben selber Sport. Einige von ihnen kommen
auch sogar aus dem Leistungssport.
Dr. Simone Weyers von der Uni Düsseldorf erklärte ihren interessierten Zuhörern auch, warum sie mit der
Forschungsbörse an die Schulen geht. Sie habe nach dem Abitur erst einmal eine Berufsausbildung
absolviert, weil sie die Situation an der Uni frustrieren fand und sei erst nach diesem Umweg zur Uni
gekommen. Den Schülern am Berufskolleg konnte sie jetzt schon mal einen kleinen Eindruck vom
Uni-Alltag vermitteln.                                                                                   Ute Hildebrand-Schute

Quelle: http://www.derwesten.de/staedte/dorsten/tausche-lehrer-gegen-professor-id7089813.html

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