Fachschule für Sozialpädagogik
(Erzieher/in)


Das Berufsfeld
Erzieherinnen und Erzieher sind staatlich anerkannte sozialpädagogische Fachkräfte, die in vielfältigen Bereichen der Kinder- und Jugendhilfe selbstständig und eigenverantwortlich tätig sind. Die zentrale Aufgabe von Erzieherinnen und Erziehern ist im Kinder- und Jugendhilfegesetz gesetzlich verankert. Hier heißt es:

„Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit.“ (§1 SGB VIII)

Es gilt Kinder, Jugendliche und ihre Familien so zu unterstützen, dass positive Lebensbedingungen erhalten bleiben bzw. geschaffen werden. Auf der anderen Seite sollen Benachteiligungen vermieden und abgebaut werden. Die Fachschule für Sozialpädagogik vermittelt eine Fachausbildung, die dazu befähigt, Erziehungs-, Bildungs-, und Betreuungsaufgaben in vielfältigen sozialpädagogischen Tätigkeitsfeldern zu übernehmen, z.B. in:

  • Tageseinrichtungen für Kinder
  • integrativen Tageseinrichtungen
  • der offenen Kinder- und Jugendarbeit
  • der Schulkinderbetreuung in den OGS
  • ambulanten und stationären Einrichtungen der erzieherischen Kinder- und Jugendhilfe
  • der Freizeitpädagogik für Kinder und Jugendliche
  • Beratungsdiensten


Die Ausbildung
Die Ausbildung baut Persönlichkeitskompetenzen aus, die als grundlegende Fähigkeiten erzieherischen Handelns notwendig sind. Neben der Förderung der kritischen Reflexion der eigenen Person werden die Studierenden in ihren Kompetenzen im Bereich der Kommunikations-, Beziehungs-, und Konfliktfähigkeit gefördert, um mit Offenheit, Achtung, Toleranz und Multiperspektivität ein fachkompetenter Erziehungspartner der Erziehungsberechtigten und unterstützender Begleiter von Kindern und Jugendlichen zu sein.

Dauer und Organisation der Ausbildung:

Die Ausbildung dauert insgesamt drei Jahre. Davon sind zwei Jahre schulische Vollzeitausbildung, in die 16 Praktikumswochen in Einrichtungen integriert sind. Im dritten Jahr erfolgt das Berufspraktikum. Innerhalb der drei Ausbildungsjahre erfolgen Praxisbesuche seitens der Schule, die von den drei Ausbildungspartnern (Praxiseinrichtung, Schule, Studierende) reflektiert werden, um das eigene Handeln zu hinterfragen und damit zu professionalisieren.

Ausbildungsinhalte:

Sozialpädagogische Theorie und Praxis, Bildungsbereiche in der Kinder- und Jugendarbeit (musisch-kreative Gestal-tung/Spiel, Sprache/Medien, Natur/kulturelle Umwelten, Gesundheit/Bewegung), Naturwissenschaften, Projektarbeit

Deutsch/ Kommunikation, Englisch, Politik, Religionslehre, (Mathematik für FHR- Absolventen)

Didaktische und methodische Schwerpunkte

  • Kennenlerntage zu Beginn der Ausbildung
  • Verschiedene Exkursionen und eine mehrtägige Klassenfahrt mit Berufs- und Ausbildungsbezug
  • Kooperationen und (fächerübergreifende) Projekte mit verschiedenen Einrichtungen in der Umgebung
  • Individuelle Beratungen zum Lern- und Leistungsstand
  • Kooperation mit Praxisbetrieben zur Weiterentwicklung der Ausbildungs-prozesse
  • ausgewählte Seminare, z. B. Theaterpädagogik, Erlebnispädagogik, Tanzpädagogik


Aufnahmevoraussetzungen

1. Fachoberschulreife und eine abgeschlossene berufsqualifizierende Ausbildung, wie z.B.:

  • Staatlich geprüfte(r) Kinderpfleger(in)
  • Staatlich geprüfte(r) Sozialhelfer(in)
  • Staatlich geprüfte(r) Heilerzieungshelfer(in)

oder

2. Fachhochschulreife im Sozial- und Gesundheitswesen

oder

3. Allgemeine Hochschulreife, wenn fachspezifisch einschlägige Praktika nachgewiesen werden

oder

4. Fachoberschulreife und eine nicht einschlägige Berufsausbildung, wenn einschlägige berufliche Tätigkeiten bzw. Praktika nachgewiesen werden (Einzel-fallentscheidung).

oder

5. Fachoberschulreife und eine fünfjährige einschlägige Berufstätigkeit


Bewerbungsunterlagen für die Anmeldung

  • Lebenslauf mit Lichtbild
  • Abschlusszeugnisse (s.o.)
  • Erweitertes polizeiliches Führungszeugnis
  • Nachweis über einen Erste-Hilfe-Kurs (min.8 Doppelstunden)
  • Gesundheitsbelehrung nach § 43 Infektionsschutzgesetz (Gesundheitsamt)


Abschlüsse und Berechtigungen

Das Fachschulexamen gliedert sich in zwei Teile.

  • Der erste Teil findet nach der zweijährigen überwiegend schulischen fachtheoretischen Ausbildung statt, Er besteht aus einer schriftlichen Prüfung mit 3 Examensklausuren und gegebenenfalls mündlichen Prüfungen.
  • Der zweite Teil findet am Ende des Berufspraktikums statt, bestehend aus einer Projektarbeit und einem Kolloquium, in dem didaktisch-methodische Ansätze sozialpädagogischen Handelns geprüft werden. Mit dem erfolgreichen Abschluss des Fachschulexamens und des Berufspraktikums ist die Berechtigung verbunden, die Berufsbezeichnung „Staatlich anerkannte Erzieherin / staatlich anerkannter Erzieher" zu führen.
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